Meraner Höhenweg – 1. Etappe

Ticketautomat in einem Meraner Bus

Nach einiger Überlegung und Abwägung der möglichen Optionen entschieden wir uns, unsere Wanderung auf dem Meraner Höhenweg in Dorf Tirol zu starten. Dorthin starteten wir aus unserer ersten Herberge, dem Hotel Flora in Meran, mit dem Bus. Dazu ein kleiner Hinweis am Rande, weil wir ahnungslos fast ohne gültigen Fahrschein gefahren wären: Kauft man ein Ticket im Bus, muss man dieses Ticket zusätzlich in einem separaten Gerät entwerten! Leider fehlte uns ein entsprechender Hinweis, den wir aber schließlich von einem anderen Fahrgast bekamen. Das gilt übrigens auch für die Merancard, die man in einigen Hotels zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel bekommt.

In Dorf Tirol angekommen ging es weiter zur Seilbahn Hochmuth, mit der wir zugegebenermaßen die ersten Höhenmeter überwanden. Von der Bergstation (1400m) erfolgte der Aufstieg weiter am Gasthaus Steinegg vorbei auf dem Meraner Höhenweg entlang zunächst zur Leiteralm und dann weiter in Richtung des Schutzhauses Hochgang, das auf 1839m Höhe liegt.

Der Weg war sehr abwechslungsreich, führte zum Teil über schmale Pfade, über Geröllfelder und bot immer wieder beeindruckende Aussichten auf das Etsch-Tal und Ortschaften wie Algund oder Partschins. Auch die Bergvegetation lud immer wieder ein, herrliche Blüten zu bewundern und den Eidechsen beim Sonnenbad zuzusehen.

Die Überreste der ursprünglichen Leiteralm

Ein besonderes Wegstück war die Spannbandbrücke über den Töllgraben, die mit 52,5m Länge den Töllgraben überspannt und seit der Fertigstellung 2011 ein immer wieder durch Wasser und Geröll zerstörten Bereich des Höhenweges sicherstellt. Informationen zur Entstehung der Brücke gibt es hier. Ein kleines Stück weiter fanden wir noch einige Schneereste; das sollten aber nicht die letzten sein, wie sich später zeigte.

Das Schutzhaus Hochgang lag bei unserer Ankunft im herrlichen Sonnenschein – ein fast schon romantischer Anblick – und lud zu einer kleinen Pause ein. Wir kamen mit anderen Wanderern, denen wir bereits am Hochmuth begegnet waren und die wir hier wiedertrafen, ins Gespräch und genossen leckeren Apfelstrudel und Kaiserschmarrn.

In der Nähe der Schutzhütte Nasereit, unmittelbar neben dem Fluss Nasereit begegnete uns ein weiteres, etwas größeres Schneefeld, das noch nicht abgetaut war. Das Tauwasser aus höheren Regionen hatte sich bereits seinen Weg unter dem Schnee gesucht. Natur ist und bleibt ihren eigenen, spannenden Regeln unterworfen.

Schließlich erreichten wir unser Tagesziel, das Gasthaus Giggelberg auf einer Höhe von 1565m nach etwa 16km Wegstrecke, 874m Höhenzunahme und etwa 5 Stunden reiner Gehzeit. Der erste Tag bescherte uns sehr abwechslungsreiche Wege und Aussichten, tolles Bergklima und den direkten Einstieg zum Abschalten und Genießen.

Am Abend des ersten Tages sahen wir uns nach dem leckeren Abendessen im Gasthaus noch ein wenig um, genossen die wiederum herrliche Aussicht und wunderten uns über das rege Treiben, das plötzlich im Bereich der Bergstation der Texelbahn herrschte. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass ein abendlicher Berglauf stattfand. Beeindruckendes Detail: der schnellste Läufer bewältigte die rund 900 Höhenmeter von der Tal- bis zur Bergstation in sagenhaften 36 Minuten.

Die erste Etappe in der Übersicht.

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