Meraner Höhenweg – Rückreise und Fazit

Oldies am Meraner Bahnhof

Für die Rückreise hatten wir uns im Vorfeld übergelegt, die Nacht als Hauptreisezeit zu nutzen und mit dem Nightjet der ÖBB zu reisen. Diese Variante eröffnete uns die Möglichkeit, in einer Art Hau-Ruck-Tourismus die Städte Meran, Bozen und Innsbruck während der Rückreise zu besuchen und uns dort einen Eindruck zu verschaffen.

Ladenzeile in Meran

Obwohl wir in Meran bereits mehrfach übernachtet hatten, war zu einem Stadtrungang bislang keine Zeit gewesen. Das holten wir nun nach. Eine lebhafte Stadt mittlerer Größe, geprägt durch Touristen, das Rauschen der Etsch, die umliegenden Weinhänge und Obstplantagen gespickt mit dem sprachlichen Spagat der Einheimischen. Eine schöne Altstadt lud uns zum Bummeln ein – mit schmalen Gassen zwischen überbauten und damit schattigen Ladenpassagen und einer großzügigen, vom imposanten Kurhaus gesäumten Promenade am Ufer der Etsch.

Eine knappe Stunde nach Abfahrt unserer Regionalbahn in Meran erreichten wir am Nachmittag dann Bozen. Hier fiel uns sofort auf, dass zwar auch Deutsch gesprochen und verstanden wird, die italienische Sprache aber doch deutlich überwiegt. Insgesamt wirkte Bozen wie ein großes Meran – auch hier fanden wir die schmalen Gassen und die überbauten Ladenzeilen. Rein zufällig wurden wir im Herzen der Fußgängerzone Zaungäste einer Fernsehaufzeichnung, in der Trachtentänze, wie wir sie aus Bayern und Österreich kennen, aufgeführt und gefilmt wurden. Nach rund zwei Stunden orientierten wir uns dann wieder Richtung Stadtpark und Bahnhof, um mit dem Eurocity nach Innsbruck weiterzufahren.

Innsbruck erreichten wir am frühen Abend; auch hier blieben uns rund zwei Stunden Zeit für einen kurze Visite der österreichischen Metropole. Umgeben von schneebedeckten Bergen bestaunten wir eine wirklich schöne Altstadt mit imposanten Gebäuden, darunter als Bekanntestes wohl das Gebäude mit dem „Goldenen Dacherl“. Hier waren zahlreiche weitere Touristen damit beschäftigt, ein Selfie mit dem Goldenen Dacherl im Hintergrund aufzunehmen. Innsbruck ist auf jeden Fall eine Reise wert und steht nun auf der Agenda, hier gibt es doch einiges zu sehen.

Nach unserer Runde durch Innsbruck besorgten wir uns im Bahnhof noch ein wenig Proviant und konnten alsbald im Nightjet einchecken. Es erwartete uns ein Abteil mit drei Sitzen, einem Tisch, drei ausklappbaren Betten und einem kleinen Bad.

Nach unserem Abendbrot richteten wir unsere Betten her, ließen unsere Wandertage auf dem Meraner Höhenweg Revue passieren und genossen den Blick in die von der untergehenden Sonne angestrahlte, vorbeiziehende, immer flacher werdende Bergwelt.

Fazit

Würden wir eine solche Tour noch einmal machen? Unbedingt!

Die noch ausstehende Nordroute müssen und wollen wir – gerade auf Grundlage der Erfahrungen im Südteil des Meraner Höhenweges – ebenfalls angehen. Natürlich gibt es einige Erfahrungswerte, die wir bei einer neuerlichen Planung berücksichtigen würden. So ist es sinnvoll, möglichst viele Übernachtungen zwischen den Etappen in Berggasthöfen zu planen. Es spart einfach wahnsinnig viel Zeit, wenn man nach dem Frühstück direkt weiterwandern kann und nach einer Etappe direkt am Wanderweg eincheckt. Und nicht nur die Zeitersparnis ist von Vorteil, sondern auch das subjektive Bauchempfinden, das „Feeling“ profitiert davon und vermittelt ein Stück mehr Abenteuer, Abgeschiedenheit, Ruhe und Erholung.

Für die Übernachtungen hatten wir vor Reiseantritt lediglich die erste und die letzte Übernachtung fest gebucht, weil wir uns dadurch möglichst viel Flexibilität in der jeweiligen Etappenlänge erhalten und nicht im Vorfeld bestimmte Ziele erzwingen wollten, weil wir nicht sicher einschätzen konnten, wieviel Zeit wir für wieviele Kilometer Wanderung benötigen würden. Diesbezüglich waren wir überrascht, wie genau wir mit den Zeitangaben der örtlichen Beschilderungen übereinstimmten. Insofern gehen wir wohl als „Otto Normalwanderer“ durch und könnten mit diesem Vorwissen noch genauer Streckenlänge,Zeitbedarf und damit Übernachtungsmöglichkeiten planen.

Für die Wanderung auf dem Meraner Höhenweg ist durchaus eine gute Kondition erforderlich, genauso wie Trittsicherheit. In den zahlreich erhältlichen Wanderführern wird nicht von ungefähr immer wieder darauf hingewiesen. Apropos Wanderführer: für eine gute Planung ist es ratsam, einen solchen in möglichst aktueller Auflage anzuschaffen. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte schon darauf achten, dass die Kids nicht zu jung (mindestens 10, eher noch ein bisschen älter!) und bereits wandererfahren sind – zur Sicherheit aller, an einigen Stellen sind die Wegabschnitte wirklich „nicht ganz ohne“.

Als Verkehrsmittel der Wahl würden wir erneut die Bahn wählen. Die Reise war bequem und entspannt. Auch die Nutzung des Nightjets ist empfehlenswert, man kann einen Urlaubstag noch nahezu vollständig auskosten respektive die Reise schon am Abend beginnen und erreicht sein Ziel am Morgen des Folgetages und kann vom Frühstück im Zug gestärkt gut in den Tag starten.

Ich hoffe, die Artikel hier haben ein wenig Wanderlust und Neugier auf den Meraner Höhenweg gemacht – viel Freude bei der Vorplanung!

Habt Ihr Fragen? Dann schreibt sie gerne in die Kommentare, bei Twitter oder Instagram.

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